Archiv: September 2015

zweites Kurkonzert des Musikverein Geschwend

07.09.2015 Kulturverein, Rückblick Veranstaltungen Keine Kommentare

bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr bietet der Musikverein Geschwend musikalische Unterhaltung im Dorfgasthaus ‚dasrößle‘.

Bei trockener Witterung, aber leider nicht ganz so hohen Tempeartuen, konnte das Kurkonzert in gemütlicher Atmosphäre im Biergarten gespielt werden. Ein herzliches Dankeschön an den Musikverein!

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Brägel sind nicht Brägele – Badische Zeitung 22. Juni 2013

03.09.2015 Gasthaus / Genossenschaft, Pressearchiv Keine Kommentare

Brägel sind nicht Brägele

Über die Feinheiten der Schwarzwälder Kartoffelküche / Von Heinz Siebold.
Der Wirteverein Oberes Wiesental und die Tourismus GmbH Bergwelt
Südschwarzwald haben dieser Tage die noch bis zum 7. Juli dauernden
„Brägelwochen“ eröffnet. Was heißt hier: Na und?

Der Brägel ist eines der wichtigsten, wenn nicht gar das wichtigste Kulturgut der
Schwarzwälder. Ein Alleinstellungsmerkmal, das sich freilich ständig der
Verwässerung (siehe Rösti!) und der Verwechslung (siehe Brägele) erwehren muss.
Drum von Anfang an: Der Brägel ist zum einen eine Speise. Die Grundform:
Gekochte Kartoffeln werden (kalt) geraspelt und in der Pfanne in Form eines Fladens
im Schmalz beidseitig knusprig gebraten. Variationen: Mit oder ohne Speck und oder
Zwiebeln. Mit oder ohne Spiegelei. Und gegessen wurde Brägel früher auf dem
Bauernhof zum „z’ Morge-neh“, zum Frühstück mit Malzkaffee. Heute lassen sich
Brägel-Wirte allerhand raffinierte Menüs einfallen, gebratene Perlhuhnbrust auf
Brägel mit Speckjus zum Beispiel oder Lachs auf Brägel angerichtet und mit Café de
Paris überbacken. Kann man, muss man nicht haben. Wichtiger ist, dass Leberle
immer mit Brägel auf den Tisch kommen. Zur Not auch mit Brägele – und schon sind
wir bei den Feinheiten: Was der Städter arglos als Brägele goutiert, sind
geschnittene und gebratene Kartoffelscheiben, roh oder gekocht. Vulgo:
Bratkartoffeln.

Aber Brägel ist dem Alemannen mehr als eine Speise. Schmecksch de Brägel? Heißt:
Merkst du was!? Und: Do hesch de Brägel! bedeutet: Da hast du den Salat. Wenn
eine Frau ihren Mann auffordert: Nimm din Brägel und hau ab! ist das der Fall. Wer
dann Brägele lacht, muss sich übergeben und wenn die Sonne brägelt, ist es heiß im
Sommer. Dass ein Radsportjournalist einer Witzfigur den Namen Brägel gegeben
hat, stört den Hiesigen weniger als die Verwechslung mit Rösti. Nochmal: Rösti
haben die Schweizer erfunden und dürfen sie auch behalten: Roh geriebenes, in viel
Fett gebackenes Kartoffelmus. Na ja. Und die Pfifferlinge dazu sollen sie bitte nicht
im Schwarzwald holen.

Brägel sind nicht Brägele
(veröffentlicht am Sa, 22. Juni 2013 auf badische-zeitung.de)